Antonow-2 / Antonov-2 / AN-2 / Антонов-2

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Schwedler Haustechnik Ingenierbetrieb GmbH, Brandenburg, Heizungsbau und Lüftungsbau

Der Prototyp des von Konstrukteur Oleg Konstantinowitsch Antonow (1906 - 1984) und seinem Entwicklerkollektiv im Auftrag des sowjetischen Ministeriums für Landwirtschaft und Forsten gebauten Flugzeuges startete am 31. August 1947 zum Jungfernflug, damals noch mit dem Triebwerk ASch-21 mit 559 kW (760 PS) Startleistung und einem Holzpropeller.
Obwohl zu dieser Zeit Doppeldecker schon als unmodern galten, erfüllte die Maschine alle gestellten Anforderungen wie Mehrzweckfähigkeit, Robustheit, hohe Zuladung und extrem kurze Start- und Landestrecken. Deshalb wurde sie in Serie gebaut - unter dem Namen Antonow-2.

Start

Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Ausführungen entwickelt, neben der am häufigsten gebauten Landwirtschaftsversion (AN-2S) auch Passagier-(AN-2P), Transport-(AN-2T), Krankentransport- und Kombiversionen (AN-2TP), auf Rädern, Schwimmern (AN-2V) und Kufen, die sich relativ kurzfristig alle ohne grösseren Aufwand in eine jeweils andere Version umbauen ließen. Auch Spezialversionen für wissenschaftliche meteorologische Aufgaben (AN-2ZA) und Ausführungen mit Turbinenantrieb (AN-2SKh) und mit Doppelleitwerk (AN-2F) wurden gebaut.

Der Rumpf ist in Ganzmetall-Halbschalenbauweise in rechteckigem Querschnitt mit abgerundeten Ecken konstruiert. Im grosszügig verglasten Cockpit befinden sich links und rechts die Plätze für die beiden Flugzeugführer.
Die Tragflächen sind verspannt und verstrebt. Sie bestehen aus zwei Holmen, sind vorne metallbeplankt, jedoch am Vorderholm mit Stoff bespannt. Die obere Tragfläche hat Vorflügel, die bei einer Geschwindigkeit von ca. 110 km/h oder weniger automatisch ausfahren und für zusätzlichen Auftrieb sorgen. Am äusseren Ende sind Querruder angebracht, die mit Landeklappen über die gesamte Breite der Fläche gekoppelt sind. Die unteren Flächen haben nur Landeklappen. Während die Quer- und Höhenruder vom Piloten- und Copilotensitz über Stangen und Seile mechanisch bewegt werden, fahren die Landeklappen elektrisch über Verstellmotoren aus. Ausserdem sind elektrisch angetriebene Trimmruder über alle drei Achsen installiert. Das abgestrebte Leitwerk ist mit Stoff bespannt und hat Trimmklappen in den Rudern.
Das Fahrwerk ist ein nicht einfahrbares Dreipunktfahrwerk mit verstrebtem Hauptfahrwerk und Spornrad, jeweils mit Halbballonbereifung. Die Federung erfolgt über eine Hydraulikölluftfederung. Die Bremsanlage ist druckluftbetrieben, daher kommt das typische Quietschen.
Das Triebwerk Schwezow ASch-62 IR ist ein luftgekühlter 9-Zylinder-Sternmotor, der eine Weiterentwicklung eines amerikanischen Motors ist. Es leistet 736 KW (1'000 PS) und hat einen Hubraum von 29,87 Liter. Das Triebwerk kann auch von einer Person ohne elektrische Stromquelle über eine Handkurbel gestartet werden.
Der Propeller vom Typ AW-2 ist ein verstellbarer Ganzmetallpropeller mit einem Durchmesser von 3,6 m.
Die elektrische Bordversorgung erfolgt über einen Generator, der 27 V Wechselstrom erzeugt. Darüber hinaus erzeugen 2 Umformersysteme 36 bzw. 110 Volt Gleichstrom zur Versorgung u.a. des Navigationssystems und des Radarhöhenmessers.

Röntgenschnitt
Röntgenschnitt der AN-2:
1 - Vierblatt-Verstell-Luftschraube; 2 - 9-Zylinder-Sternmotor; 3 - Schmierstoffbehälter; 4 - Kraftstoffbehälter; 5 - Antenne;
6 - Raum für Passagiere, Fallschirmspringer usw.; 7 - Einstiegtür; 8 - Frachtraum; 9 - Spornrad; 10 - Rollscheinwerfer;
11 - Landescheinwerfer; 12 - Stützstrebe; 13 - Staurohr; 14 - Spanndrähte; 15 - Hauptfahrwerk; 16 - erster Flugzeugführer;
17 - zweiter Flugzeugführer; 18 - Schmierstoffkühler


In der DDR wurden die Typen AN-2TP und AN-2TD verwendet. In beiden Versionen hat die Tür der 4,1 m x 1,6 m x 1,8 m grossen Frachtkabine einen nach oben schwenkbaren Rahmen, wodurch sich die Ladeöffnung so vergrössern lässt, dass Gegenstände mit 1,5 m x 1,5 m grossem Querschnitt mühelos aufzunehmen waren.
Zum Absetzen von Fallschirmspringern mit automatisch öffnenden Fallschirmen sind im Passagierraum oben zwei Stahlseile zum Einhängen der Haken der Aufziehleinen gespannt; eine Signaleinrichtung mit gelber, roter und grüner Lampe und Hupe ist eingebaut

Etwa 3'400 Maschinen wurden im Flugzeugwerk Kiew von 1947 bis 1960 montiert, erst war der Propeller aus Holz, dann aus Metall. Von 1964 bis 1971 kamen 506 AN-2M hinzu. Weitere 12'000 Maschinen in acht Versionen entstanden 1960 bis 1991 im polnischen Werk für Verkehrsgeräte PZL (Państwowe Zakłady Lotnicze) Mielec (im industriellen Verbund WSK Wytwórnia Sprzętu Komunikacyjnego) in Lizenz. Kennzeichen für die in Polen gefertigten AN-2 sind die runden Einläufe unter den oberen Tragflügeln für das Belüftungssystem und die Antennenverkleidungen an der Rumpfunterseite. Auch in zwei Werken in China wurde seit 1957 die Maschine als Fongshou-2, später als Junshuji J-5 bzw. Y-5 mehrere tausend Male in Lizenz gebaut.
Während der Produktionszeit flossen verschiedene Verbesserungen ein.

Technische Beschreibung (kann je nach Version abweichen)
Besatzung: ..................................... ein Pilot und ein Bordmechaniker, 8-12 Passagiere
Länge: ............................................ 12,5 m
Länge des Rumpfes: .................... 10,12 m
Höhe im Stand: ............................. 4,2 m (in Fluglage 5,3 m)
Spannweite oberer Tragflügel: .... 18,18 m
Flügelfläche oben: ......................... 43,55 m²
Spannweite unterer Tragflügel: ... 14,24 m
Flügelfläche unten: ........................ 27,96 m²
Antrieb: ........................................... 9-Zylinder-Sternmotor ASch-62 IR, 29,87 Liter Hubraum
Leistung: ........................................ 1'015 PS (736 kW) bei 2'100 U/min, Verdichtungsverhältnis 6,4 : 1
Vierblatt-Metall-Luftschraube: ..... AW-2, Durchmesser 3,60 m, rechts drehend
Kraftstofftankinhalt: ....................... 1'200 Liter (900 kg)
Kraftstoffverbrauch: ....................... ca. 200 Liter pro Stunde
Ölverbrauch: ................................... 3 Liter pro Stunde
Geschwindigkeit: ........................... 250 km/h max.
Abhebegeschwindigkeit: .............. ab 100 km/h
Reisegeschwindigkeit: .................. 190 km/h
Absetzgeschwindigkeit: ................ 120 km/h
Landegeschwindigkeit: ................. 85 km/h
Leermasse: .................................... 3'400 kg
Nutzmasse: .................................... 1'515 kg
Startmasse: .................................... max. 5'500 kg
Reichweite: .................................... 1'200 km
Aktionsradius: ................................ 370 km
Gipfelhöhe: ...................................... ca. 5'200 m
Startstrecke: .................................... 210 m
Landestrecke: ................................. 180 m

In vielen Ländern auf allen Kontinenten fliegen die AN-2 bis in die Gegenwart als Reise-, Sanitäts- und Frachtflugzeuge, als Landwirtschaftsflugzeuge, zur Feuer- und Schädlingsbekämpfung, für Vermessungsaufgaben, als Schleppflugzeuge und zum Absetzen von Fallschirmspringern.

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Warmlaufen

Die seit dem 02. Dezember 1994 beim 1. FSC Halle-Oppin e. V. fliegende AN-2TD (TD = Transport- u. Fallschirmspringerabsetz-Version) wurde 1973 bei PZL in Polen in Lizenz hergestellt und hat die Werknummer 1G142-34. Sie hat nicht die Einrichtung den Motor mit einer Handkurbel zu starten.
Erstmals registriert wurde sie am 11. März 1974 für die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) als DM-WJK, ab 26. Mai 1982 hatte sie das Kennzeichen DDR-WJK. Seit dem 07. April 1992 trägt sie die BRD-Kennung D-FWJK.
Anfang der 90er, bis sie zum 1. FSC kam, flog sie in Jahnsdorf. Seit den 80ern bis Mitte der 90er trug die "Kilo" statt der weiss-blauen Bemalung einen matten, olivgrünen Anstrich.